Surf Lodge South Africa

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A Day at Surf Lodge in Jeffreys Bay

Surf Lodge SA at sunrise

Surf Lodge SA at sunrise

“Das Haus ist wie ein Schiff in der Brandung”, sagt Carel, Manager der Surf Lodge am Paradise Beach, als er mich das erste Mal durch die Lodge fuehrt um mir den Ort zu zeigen, an dem ich die naechsten Wochen verbringen werde. Und er trifft es damit auf den Punkt. Sobald der Wind weht, verwandelt sich alles um mich herum in ein Lebewesen, das atmet, spricht und sich mit dem Wind vereint. Der Holzboden knarzt und selten habe ich mich der Natur naeher gefuehlt als in den Momenten, in denen ich dann auf das wogende Meer hinaus blicke, die Straeucher sich um mich neigen und der Wind mir die Haare zerzaust.

Die Lodge ist ein Ort, der die Seele wieder ins Gleichgewicht bringt. Nicht nur, dass man sich durch die Einheit mit den Naturkraeften den Grundfesten der eigenen Existenz naeher fuehlt. Der Ort entschleunigt. Nichts bleibt mehr uebrig vom Stress einer deutschen Grossstadt, Zeit hat hier keine Bedeutung, weil man jede Menge davon hat. Wenn ich nicht beim Surfen bin sitze ich stundenlang auf der Terasse und lese oder lasse mir einfach die Sonne auf den Ruecken scheinen. Ich ziehe meine Bahnen durch den Pool oder mache lange Strandspaziergaenge durch’s Paradies (der Strand traegt seinen Namen nicht grundlos) und fuehle mich dabei in mein 10-jaehriges Ich zurueckversetzt, eine Zeit, in der ich raus in die Natur bin oder meiner Phantasie nachhing, um einer Langeweile zu entfliehen, die ich jetzt als befreiend empfinde.

 

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Es ist 7 Uhr, der Wecker klingelt, aber ich habe schon seit einigen Minuten wach gelegen und es genossen, dass mir die Sonne durch das Fenster, durch das ich auf Strand und Meer blicke, auf den Bauch scheint. Barfuss schleiche ich mich nach unten, um die schlafenden Gaeste nicht durch mein Knarzen zu wecken. Im Wohnzimmer duftet es nach Kaffee und Plaetzchen: Carel hat eine neue Portion selbstgemachtes Muesli in den Ofen geschoben und der Geruch von Karamell, Vanille und Zimt verbreitet sich im ganzen Haus. Dazu toenen sanfte Jazzklaenge aus dem Lautsprecher. Wenn Carel nicht selbst Gitarre spielt legt er hervorragende Musik aus allen Epochen und Musikrichtungen auf. Auch das passt zu diesem inspirierenden Ort und regt die Seele an. Bevor ich am 9. November in Muenchen meinen Rueckflug nach Suedafrika (ich war bereits von Juli bis September fuer ein Praktikum hier) angetreten bin haben mich Freunde und Familie gefragt, ob ich Weihnachten nicht vermissen werde. Ich wusste es nicht. Nun da ich diese wohlvertrauten Gerueche in dieser familiaeren Umgebung aufsauge bin ich mir sicher: An keinem Platz der Welt wuerde ich gerade lieber sein.

Puenktlich um 9 Uhr trudeln die Gaeste zum gemeinsamen Fruehstueck an der langen Tafel im Wintergarten ein. Heute sind es zwei Jungs aus England, ein junges Paerchen aus Deutschland, eine Surferin aus der Schweiz, und ein aelteres Ehepaar aus Suedafrika. Neben dem soeben zubereiteten Muesli lassen wir uns Eier und Speck, gegrillte Tomaten und Champignons sowie frisch aufgebackenes Brot schmecken. Gespraechsthema Nummer Eins ist und bleibt der Surf-Forecast: Bleibt der Wind offshore und liegen damit ein paar grandiose Surfstunden vor uns? Sollen wir lieber zu Kitchen Windows oder Point fahren oder den Profis bei SuperTubes zuschauen (Ja, man trifft hier tatsaechlich Jordy Smith im Supermarkt!)? Wann dreht der Wind, wer hat Lust auf eine Onshore-Longboard-Session bei Secrets oder der Magnas-Beachbreak? Um uns herum scheint die Welt zugrunde zu gehen, politische Disaster wo man nur hinblickt, aber in Jeffreys Bay steht die Zeit still, die Welt ist noch in Ordnung, da koennen wir uns eine Auszeit von diesem ganzen Chaos nehmen.

 

 

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Gestaerkt laden wir unsere Bretter in den VW-Bus, auch auf der Fahrt zu den Surfspots begleitet uns Carel’s Musikgeschmack. Wer mit Surfen nichts am Hut hat bleibt auf eine Yogastunde in der Lodge, macht sich auf Erkundungstour entlang der Fluesse und Wasserfaelle um JBay oder im Tsitsikama Nationalpark oder auf die Suche nach den Big 5 im nahe gelegenen Addo Elephant National Park oder Schotia Private Game Reserve.

Sonnengekuesst und hungrig treffen wir uns spaeter am Nachmittag in unserem Zuhause auf Zeit wieder, um das Braai (das traditionelle Barbecue) einzuheizen und uns den suedafrikanischen Wein auf der Terasse schmecken zu lassen. Auf dem Grill landen Straussenwuerstchen, Rinderfillet und mit Feta gefuellte Riesenchampignons, dazu hat das Surflodge-Team Ofenkartoffeln und einen superleckeren Salat gezaubert. So lassen wir den Tag vor atemberaubender Kulisse ausklingen. Das Meer rauscht, die Grillen zirpen, der Himmel faerbt sich langsam rot und pink.

Und wenn wir uns genug geerdet haben, fahren wir zusammen zu Nina’s Curry Night in eines der belebtesten und beliebtesten Restaurants der Stadt oder mischen uns fuer das ein oder andere Bier im JBay Bro Co. unter die Menge, die hier woechentlich zusammenkommt, um den Klaengen lokaler Bands zu lauschen. Auch Carel spielt hier gelegentlich mit seiner Band. Man muss selbst kein Surfer sein, kein Musiker oder Kuenstler, um sich von diesem Lebensstil anstecken zu lassen. JBay macht suechtig, das kann ich versprechen!

 

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Words by Franzi Gruber, sitting to the left, enjoying a glass of fine South African Sauvignon Blanc and about to feast on a traditional braai.

 

 

 

Written by Franzi Gruber

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